Justitia et Pax ist gegen erleichterte Rahmenbedingungen für Kriegsmaterialausfuhr

Medienmitteilung

21. Oktober 2026

Kriegsmaterialexporte leisten wenig Beitrag zum Frieden

Die sozialethische Kommission Justitia et Pax der Schweizer Bischofskonferenz wendet sich entschieden gegen eine Lockerung der Schweizer Rüstungsexportpolitik. Aus christlicher Ethik und dem Gemeinwohl-Verständnis heraus ist die Ausweitung von Kriegsmaterialausfuhren unhaltbar.

Zentrale ethische Kriterien

„Das Wohlergehen wirklich aller Menschen muss das zentrale ethische Kriterium sein, nicht der finanzielle Gewinn oder die Sicherung von Arbeitsplätzen“, so der Präsident der Kommission, Thomas Wallimann. Von einer Ausweitung der Kriegsmaterialausfuhr profitierten nur wenige, während viele übermässig litten. Dies widerspricht fundamental dem christlichen Verständnis von Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Nächstenliebe.

Die Lieferungen von Kriegsmaterial in Länder mit internen Konflikten verschärft gesellschaftliche Konflikte. Leidtragende sind zudem meist die Zivilbevölkerung. Auch gehen die Kosten für Waffen und Kriegsmaterial zu Lasten essenzieller Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Infrastruktur.

Kritik an mangelnden Regelungen

Wenn beispielsweise ein Land militärisch angegriffen wird und sich verteidigen muss, würde es nicht unter die derzeit vorgeschlagene Lockerung der Waffenexportbestimmungen fallen. Es wäre somit nicht möglich, diesem Land Waffen zu verkaufen, selbst wenn diese ausschliesslich der eigenen Verteidigung dienen würden.Stellen sich die Fragen, wem das neue Kriegsmaterialgesetz wirklich nützt, und welche Gerechtigkeit hier zählt. Gerade deshalb sind transparente, sorgfältig geregelte Prüfverfahren statt pauschaler Erleichterungen nötig. Da Waffen nicht ein Gut wie ein anderes sind, muss das aktuelle Gesetz mit seinen klaren, transparenten und über mehrere Instanzen abgesicherten Regelungen beibehalten werden.

Traditionelle Friedensposition

Kleinstaaten wie die Schweiz können auf internationaler Ebene durch gute Dienste der Vermittlung und das Einstehen für eine regelbasierte internationale Ordnung zum Frieden beitragen – nicht durch Waffenlieferungen. «Die hierzu notwendige Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit hat sich die Schweiz über viele Jahrzehnte erarbeitet. Mit der jetzt vorgeschlagenen Lockerung der Waffenausfuhr würde sie diese Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen und in internationalen Beziehungen zu einem suspekten Akteur.» erklärt Robert Unteregger, Mitglied der Kommission.

Historisches Erbe

Mit Bezug auf Benedikt von Nursias Regel aus dem 6. Jahrhundert „Suche Frieden und jage ihm nach!“ betont Justitia et Pax ihre Verankerung in einer alten Friedenstradition. Die Kommission sieht es als ihre Aufgabe, das Handwerk des Friedens auch im konkreten Fall und im Bewusstsein der vielen unerträglichen Konflikte in der Welt diese politische Debatte weiterzuführen.

Kontakt:

Thomas Wallimann-Sasaki, Dr. theol.

Präsident Justitia et Pax Schweiz

Rohrmatte 6; CH-6372 Ennetmoos

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