{"id":570,"date":"2015-06-25T22:59:13","date_gmt":"2015-06-25T20:59:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juspax.ch\/de\/?p=570"},"modified":"2020-12-16T12:03:15","modified_gmt":"2020-12-16T11:03:15","slug":"ein-wichtiges-zeichen-zur-anerkennung-und-aufarbeitung-von-schuld-und-unrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juspax.ch\/fr\/ein-wichtiges-zeichen-zur-anerkennung-und-aufarbeitung-von-schuld-und-unrecht\/","title":{"rendered":"Ein wichtiges Zeichen zur Anerkennung und Aufarbeitung von Schuld und Unrecht"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"yui_3_15_0_1_1588766830204_244\"><strong>Justitia et Pax begr\u00fcsst den indirekten Ge-genvorschlag des Bundes und hofft auf einen schnellen politischen Entscheidungsprozess \u2013 zum Wohl der Betroffenen.<\/strong><\/p>\n\n\n<div id=\"yui_3_15_0_1_1590089801870_200\" class=\"attribute-short_description\">\n<p id=\"yui_3_15_0_1_1590089801870_199\">Justitia et Pax, die sozialethische Kommission der Schweizer Bisch\u00f6fe, begr\u00fcsst den indirekten Gegenvorschlag des Bundes und hofft auf einen schnellen politischen Entscheidungsprozess \u2013 zum Wohl der Betroffenen. Der indirekte Gegenvorschlag nimmt die Stossrichtung der Wiedergutmachungs-Initiative auf und erlaubt einen beschleunigten politischen Prozess. Dies ist angesichts der immer \u00e4lter werdenden Opfer n\u00f6tig.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"attribute-description\">\n<p>Justitia et Pax, die sozialethische Kommission der Schweizer Bisch\u00f6fe, begr\u00fcsst den indirekten Gegenvorschlag des Bundes und hofft auf einen schnellen politischen Entscheidungsprozess \u2013 zum Wohl der Betroffenen. Der indirekte Gegenvorschlag nimmt die Stossrichtung der Wiedergutmachungs-Initiative auf und erlaubt einen beschleunigten politischen Prozess. Dies ist angesichts der immer \u00e4lter werdenden Opfer n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Justitia et Pax ist dem Unterst\u00fctzungskomitees der Wiedergutmachungsinitiative beigetreten, weil sich die Kirche bewusst ist, dass sie und manche ihre Vertreterinnen und Vertreter sich schuldig gemacht haben, und weil sie auch um ihre Verantwortung gegen\u00fcber den Opfern f\u00fcrsorgerischer Zwangsmassnahmen weiss. \u00a0Es ist h\u00f6chste Zeit, ein Zeichen zu setzen. Bischof Markus B\u00fcchel hat bereits im April 2013 das begangene Unrecht eingestanden und die Betroffenen um Verzeihung gebeten. Die Teilnahme am Runden Tisch seit dessen Bestehen ist ein weiteres Zeichen, dass sich die katholische Kirche bewusst mit einem ihrer dunklen Kapitel der j\u00fcngeren Geschichte auseinandersetzt. Auch bringen zahlreiche unabh\u00e4ngige Gutachten, das \u00d6ffnen der Archive und viele direkte Kontakte zwischen Opfern und Vertretern der Kirche diesen guten Willen zum Ausdruck. F\u00fcr die Kirche und ihre Mitarbeitenden heisst dies ganz konkret, dass sie T\u00fcren und Ohren f\u00fcr Gespr\u00e4che mit Betroffenen offenhalten. Gleichzeitig muss sich die Kirche auch in Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden immer wieder bewusst machen, welche Verantwortung sie f\u00fcr Menschen, v.a. f\u00fcr Schw\u00e4chere tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrates zur Volksinitiative \u2013 lediglich ein halbes Jahr nach deren Einreichung \u2013 zeugt vom Willen der Landesregierung, schnell und umfassend f\u00fcr das begangene Leid gerade zu stehen. Justitia et Pax begr\u00fcsst diese schnelle Vorgehensweise. Damit wird deutlich, dass die vielfach schon im fortgeschrittenen Alter stehenden Betroffenen wirklich im Zentrum stehen!<\/p>\n<p>Justitia et Pax begr\u00fcsst nicht nur die schnelle Reaktion des Bundesrates, sondern auch die Breite der vorgeschlagenen Massnahmen. Neben den wirklich notwendigen Geldern sollen auch die Geschichte aufgearbeitet und dazu die Archive ge\u00f6ffnet und gesichert\u00a0 werden. Dass ausdr\u00fccklich \u00d6ffentlichkeitsarbeit und die Errichtung eines Zeichens der Erinnerung im bundesr\u00e4tlichen Vorschlag stecken, bringt zum Ausdruck, dass wir aus der Geschichte lernen wollen. Es ist wichtig, das \u00f6ffentliche Bewusstsein \u00fcber dieses dunkle Kapitel in der Schweizer Geschichte zu sch\u00e4rfen. Nur so kann den Opfern jener Respekt entgegengebracht werden, der ihnen so oft verwehrt wurde. Dies sind wichtige Zeichen, weil mit Geld zwar ein Teil, aber lange nicht alles Unrecht gut gemacht werden kann.<\/p>\n<p>Justitia et Pax wird sich an der Vernehmlassung beteiligen und darauf hinwirken, dass die parlamentarische Arbeit diesen nun vorgespurten Weg z\u00fcgig weiter geht. Die betroffenen Frauen und M\u00e4nner verdienen in der kommenden parlamentarischen Diskussion Anerkennung des begangenen Unrechts. Dieser Wille wird sich nicht zuletzt auch daran messen, wie schnell das Parlament arbeitet. Es muss die betroffenen Menschen ins Zentrum stellen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n<p>Dr. Thomas Wallimann-Sasaki&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dr. Wolfgang B\u00fcrgstein<br>Pr\u00e4sident a.i.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Generalsekret\u00e4r<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Justitia et Pax, die sozialethische Kommission der Schweizer Bisch\u00f6fe, begr\u00fcsst den indirekten Gegenvorschlag des Bundes und hofft auf einen schnellen politischen Entscheidungsprozess \u2013 zum Wohl der Betroffenen. 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