{"id":1006,"date":"2013-06-25T00:15:21","date_gmt":"2013-06-24T22:15:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juspax.ch\/de\/?p=1006"},"modified":"2020-12-16T10:06:31","modified_gmt":"2020-12-16T09:06:31","slug":"nein-zum-24-stunden-arbeitstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juspax.ch\/fr\/nein-zum-24-stunden-arbeitstag\/","title":{"rendered":"Nein zum 24-Stunden-Arbeitstag"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Referendum gegen die Liberalisierung der Laden\u00f6ffnungszeiten<\/strong><\/p>\n\n\n<div id=\"yui_3_15_0_1_1590269651569_202\" class=\"attribute-short_description\">\n<p id=\"yui_3_15_0_1_1590269651569_201\"><strong>Heute lancieren Organisationen der Sonntagsallianz den Abstimmungskampf gegen die Verschlechterung des Arbeitsgesetzes am 22. September. Das Parlament will bei Tankstellenshops den 24-Stunden-Betrieb einf\u00fchren. Damit wird das Arbeitsgesetz ausgeh\u00f6hlt und es droht ein Dammbruch f\u00fcr den ganzen Detailhandel. Wichtige gesellschaftliche Erholungs- und Freir\u00e4ume werden dadurch untergraben, mit Folgen auch f\u00fcr alle anderen Branchen. Dagegen setzen sich die Organisationen derSonntagsallianz vehement zur Wehr.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"attribute-description\">\n<p>Das Arbeitsgesetz, das die Gesundheit der Besch\u00e4ftigten sch\u00fctzt, wollen die Liberalisierungsturbos mittels Salamitaktik aush\u00f6hlen. Das f\u00fchrt zu mehr Nacht- und Sonntagsarbeit. Der unklare Geltungsbereich der Gesetzes\u00e4nderung l\u00e4sst einen unkontrollierbaren Wildwuchs bei den Tankstellenshops zu und erh\u00f6ht den Liberalisierungsdruck im Detailhandel massiv. Dagegen reichten am 3. April Mitgliedsorganisationen der Sonntagsallianz mit \u00fcber 86&rsquo;000 Unterschriften erfolgreich das Referendum ein. \u00abWas heute bei den Tankstellenshops droht, soll morgen im ganzen Detailhandel die Regel sein\u00bb, meint Vania Alleva, Co-Pr\u00e4sidentin der Unia. Das Verkaufspersonal leidet schon heute unter tiefen L\u00f6hnen, zerst\u00fcckelten Arbeitszeiten und Arbeit auf Abruf. \u00abDas sind Bedingungen, die die Arbeit zur unertr\u00e4glichen Lastmachen.\u00bb sagt Kurt Regotz, Pr\u00e4sident der Gewerkschaft Syna. Besonders betroffen von l\u00e4ngeren Laden\u00f6ffnungszeiten sind Frauen, sie machen fast 70% des Verkaufspersonalsaus. Liselotte Fueter, Co-Pr\u00e4sidentin der evangelischen Frauen Schweiz, sagt: \u00abF\u00fcr die mehrfach belasteten Frauen f\u00fchrt der enorme Stress h\u00e4ufig zu gesundheitssch\u00e4digenden Situationen.\u00bb Diese gesundheitlichen Folgen, insbesondere der Nachtarbeit, betont auch Klaus Stadtm\u00fcller, Pr\u00e4sident der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Arbeitsmedizin: \u00abEs treten vermehrt psychische St\u00f6rungen bis zu Erkrankungen (Depressionen) auf, ebenso wie Beschwerden im Verdauungstrakt, Appetitlosigkeit und geh\u00e4ufter Bluthochdruck. \u00bbNicht nur der Detailhandel ist betroffen. Der Gesetzesvorschlag h\u00f6hlt das Arbeitsgesetz n\u00e4mlich in einem zentralen Punkt aus \u2013 dem Nacht- und Sonntagsarbeitsverbot. Das betrifft nicht nur die Angestellten der Tankstellenshops. Die gelockerten Bestimmungen werden sich rasch auf den gesamten Detailhandel und sp\u00e4ter auf andere Branchen ausdehnen. Von den Besch\u00e4ftigten wird immer h\u00e4ufiger die permanente Verf\u00fcgbarkeit gefordert. Durch die st\u00e4ndige Flexibilisierung der Arbeitszeit gehen wichtige gesellschaftliche Freir\u00e4ume verloren.\u00abDiese Gesetzesrevision ist darum im Kern eine Grundsatzentscheidung, denn es geht darum, den Sonntag zum Werk- und Einkaufstag machen!\u00bb sagt Thomas Wallimann, Pr\u00e4sident von Justitia et Pax. \u00c4hnlich skizziert Dani\u00e8le Lenzin, Co-Pr\u00e4sidentin von syndicom,die Folgen f\u00fcr das Postpersonal: \u00abH\u00e4lt dieser Trend an, wird es schon bald \u00dcberlegungen geben, warum die Poststellen eigentlich nicht auch am Sonntag \u00f6ffnen sollen?\u00bb Schlussendlich dienen diese Verschlechterungen f\u00fcr viele Arbeitnehmende lediglich dem Nutzen ganz weniger: \u00abDer Profit des Inhabers ist also wichtiger als die Gesundheit oder das Sozialleben der Angestellten\u00bb, kritisiert Jacques-Andr\u00e9 Maire, Nationalrat der SP. Der Kreis der Betroffenen geht aber noch weiter, denn auch Anrainer und die Umwelt haben unter dem 24-Stunden-Arbeitstag zu leiden. \u00abHier geht es um Shops, die ausschliesslich mit dem Auto erreichbar sind. Dies f\u00f6rdert den motorisierten Einkaufsverkehr rund um die Uhr, vornehmlich in den l\u00e4rmsensiblen Nachtzeiten\u00bb meint Daniel Vischer, Nationalrat der Gr\u00fcnen.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute lancieren Organisationen der Sonntagsallianz den Abstimmungskampf gegen die Verschlechterung des Arbeitsgesetzes am 22. September. Das Parlament will bei Tankstellenshops den 24-Stunden-Betrieb einf\u00fchren. Damit wird das Arbeitsgesetz ausgeh\u00f6hlt und es droht ein Dammbruch f\u00fcr den ganzen Detailhandel. Wichtige gesellschaftliche Erholungs- und Freir\u00e4ume werden dadurch untergraben, mit Folgen auch f\u00fcr alle anderen Branchen. 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