Justice et Paix | 02.03.2020

Zypern als Herausforderung für die Arbeit von Justitia et Pax Europa

Vom 21.-23. Februar 2020 fand das Treffen der Generalsekretäre von Justitia et Pax Europa in Nikosia/Zypern statt. Dieser Anlass war zugleich auch die Gründungsveranstaltung für die Nationalkommission Justitia et Pax Zypern. Im Beisein von H.E. Archbishop Youssef Soueif, Oberhaupt der mit Rom unierten maronitischen Kirche in Zypern, wurde die dortige Kommission eingesetzt.

 

Unter dem Titel ”Peace and Reconciliation in Cyprus and the Middle East: Achievements and Obstacles ahead” wurden die geopolitischen, religiösen und kulturellen Herausforderungen dieser seit 1974 geteilten Insel in zahlreichen Vorträgen, Begegnungen und Gesprächen erörtert. Der Zypernkonflikt besteht zwischen dem griechisch-zyprischen Süden und den türkisch-zyprisch beherrschten Gebieten im Norden. Nikosia ist heute die einzige geteilte Hauptstadt weltweit. Obgleich eine politische Lösung bislang gescheitert ist, ist heute nach Jahren der Trennung dennoch eine Phase guter wirtschaftlicher und sozialer Kontakte entstanden.

Die Begegnung mit einer maronitischen Gemeinde im Norden und der Erfahrung, dass das Trennende das Verbindende unter den beiden Teilen Zyperns nicht zu beseitigen mag, war ein ermutigendes Zeichen. Leider steht der Konflikt bis heute unter geopolitischen Interessen der Türkei und Griechenlands, so dass diese tragische Geschichte bis heute zu keiner politischen Lösung geführt werden konnte.

Dieses Treffen hat erneut gezeigt, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Die Abwesenheit von Krieg stellt noch keinen wirklichen Frieden dar. Die Arbeit von Justitia et Pax kann aber ein Beitrag sein zu mehr Frieden in einem Europa, das ein Ringen um gemeinsame Lösungen mehr eint als die Überheblichkeit von Drohungen mit militärischen Mitteln.

Wolfgang Bürgstein

24.02.2020