16.06.2016

Ein Beitrag der Bischöfe der COMECE zur geplanten globalen Strategie der EU für Außen- und Sicherheitspolitik.


13.06.2016

Statement of Justice and Peace Europe on recent decisions of the Council of the European Union


Justitia et Pax | 25.06.2015

“Do not forget to show hospitality to strangers” (Hebrew 13:2)



20.09.2011

Treffen der Europäischen Justitia et Pax Kommissionen in Albanien


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16.06.2016

Europas Berufung zur Förderung des Friedens in der Welt

Ein Beitrag der Bischöfe der COMECE zur geplanten globalen Strategie der EU für Außen- und Sicherheitspolitik.

  

SCHLUSSFOLGERUNGEN

 

(44) Die Europäische Union hat nicht nur eine historische und rechtliche, sondern auch eine moralische Pflicht, zur Friedensschaffung in der Welt beizutragen. Die primäre Aufgabe einer authentischen europäischen Friedenspolitik sollte es sein, präemptive Friedensförderung voranzutreiben und gewaltsame Konflikte mit Mitteln der Gerechtigkeit zu transformieren. Der Aspekt der gemeinsamen Sicherheit und Verteidigung des europäischen Integrationsprojekts sollte jedoch ebenfalls nicht vernachlässigt werden, ebenso wenig wie die Bemühungen, Abrüstung, einschließlich nuklearer Abrüstung, in der ganzen Welt zu fördern und die Bedingungen dafür zu schaffen. Die Europäische Union mit ihren vielfältigen Instrumenten der Innen- und Außenpolitik ist gut ausgestattet, um bei den Bemühungen zur Friedensförderung voranzugehen. Um ihre Wirksamkeit zu erhöhen sollte jedoch der vereinte Gebrauch aller ihrer Instrumente wirkungsvoller koordiniert werden.

 

(45) Natürlich gilt dieses Friedensengagement für die unmittelbare und die weitere Nachbarschaft der Europäischen Union. Will die EU eine größere Rolle auf der Weltbühne spielen, muss sie in erster Linie ihre Verantwortung für ihr eigenes Umfeld wahrnehmen.

 

(46) Trotzdem kann die Europäische Union ihre Verpflichtungen und ihr Engagement in der weiten Welt nicht ignorieren. Viele Gefahren für den Friedensind globaler Natur und verlangen nach einer globalen Herangehensweise. Um geeignete Lösungen auf allen Ebenen zu finden, bedarf es einer „globalen Regierungsführung“ und einer „echten weltpolitischen Autorität“79, die gesetzlich geregelt ist und die angemessene Teilhabe verschiedener Kulturen untergebührender Beachtung des Prinzips der Subsidiarität und der Solidarität berücksichtigen und zulassen muss. Zudem sollte sie „auf die Verwirklichung des Gemeinwohls hingeordnet sein, sich für die Verwirklichung einer echten ganzheitlichen menschlichen Entwicklung einsetzen, die sich von den Werten der Liebe in der Wahrheit inspirieren lässt“80. Die EU sollte sich für eine umfassende Reform des Systems der Vereinten Nationen engagieren, um die Vertretung der Regionen zu stärken und die Europäische Politik besser in die friedenserhaltenden, humanitären und entwicklungspolitischen Initiativen der UN zu integrieren81.Angesichts der Hauptverantwortung des UN-Sicherheitsrats für die weltweite Erhaltung von Frieden und Sicherheit sollte auch eine Überprüfung seiner Arbeitsweise ins Auge gefasst werden. Eine Reform sollte gewährleisten, dass seine Zusammensetzung die neue Realität der Welt abbildet und er nicht von den Interessen bestimmter Staaten dominiert wird. (47) Das Sicherheitsumfeld der Europäischen Union ist durch zahlreiche alte und neue Gefährdungen des Friedens zunehmend instabil und unbeständig geworden. Jetzt ist die Zeit für die Europäische Union gekommen, ihrer Berufung zur Förderung des Friedens in der Welt wahrhaft gerecht zu werden und eine bedeutsamere Rolle auf der Weltbühne zu spielen.(48) Da Friede auf Erden jedoch nicht aus Strukturen geboren wird, sondern von Menschen gesät werden muss, sollte Friedenssicherung „von unten und von weit her“ beginnen82 . Somit ist es die Aufgabe und Verantwortung aller, durch Bekämpfung von Resignation und Überwindung der Gleichgültigkeit83 für den Frieden tätig zu werden. Für Gläubige ist das Gebet ein wichtiger Beitrag zum Frieden. Christen beten auf eine besondere Weise zu Jesus Christus, dem„Friedensfürst“84, der verkündet hat: „Selig, die Frieden stiften“85. Frieden erfordert zuerst die Transformation unserer Herzen. Diese beginnt mit „der Erziehung zum Frieden, und vor allem damit, dass man bei sich selbst beginnend Zeugnis für den Frieden ablegt“ und somit zur Schaffung einer „Mentalität und Kultur desFriedens“86 beiträgt. Und dann wird „[…] das Recht in der Wüste wohnen und Gerechtigkeit auf dem Acker hausen, und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Gerechtigkeit Nutzen wird ewige Stille und Sicherheit sein […]“(Jesaja 32, 16-17).