Justitia et Pax | 15.06.1985

Menschenrechte und katholische Soziallehre

Publikationsnr.: Gerechtigkeit und Frieden – Ethische Studien zur Meinungsbildung 4
Verfasser: Franz Furger/Cornelia Storbel-Nepple
Erscheinungsjahr: 1985
Preis: 24.-
Seiten: 153
Sprachen: Deutsch

Inhalt:

Ausgehend von der langdauernden Ablehnung der Menschenrechtsidee durch die katholische Kirche sucht diese Studie zu erhellen, wie sich in den 1960er Jahren der Wechsel vollzog und welche Bedeutung diesem Wechsel zukam.
Dazu wird einerseits die Entstehung der Menschenrechtsidee mit den ihr zugrundeliegenden geistesgeschichtlichen Ideen (Naturrecht, Individualismus und Liberalismus) und den historischen Ereignissen, die zu ihrer Durchsetzung führten (Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg, Französische Revolution, religiöse Freiheitsbewegungen) skizziert. Demgegenüber wird die vorerst abwehrende Haltung der Kirche gestellt. Die Entwicklung der Menschenrechtsthematik in der katholischen Soziallehre, deren Geschichte und Begründung Thema des zweiten Kapitels sind, stellt eine schrittweise Annäherung an die humanistische Idee der Menschenrechte dar. Im dritten Kapitel wird der implizite menschenrechtliche Gehalt der katholischen Soziallehre behandelt (Gemeinwohl, Subsidiaritäts- und Solidaritätsprinzip). Im Zentrum des vierten Kapitels steht dann die grosse Wende unter Johannes XXIII. bzw. im Zweiten Vatikanum. Die Menschenwürde als Grundanliegen verschiedener geistesgeschichtlicher und philosophischer Richtungen und ihre Zusammenführung zur ’theonomen Autonomie’ bilden das fünfte Kapitel, bevor dann im Schlusskapitel die Synthese und der Ausblick in Form einer Diskussion konkreter Menschenrechtsforderungen auf Basis der katholischen Soziallehre folgen.