Justitia et Pax | 12.09.2016

Initiative Grüne Wirtschaft



Justitia et Pax | 01.07.2016

Der organisierte Tod ist inakzeptabel


Justitia et Pax | 05.06.2016

Referendum gegen die Änderungen im Asylgesetz


Alle Dokumente

Justitia et Pax | Mediencommuniqué | 12.05.2011

"Fremdenfreundlichkeit" - Herausforderung für Kirche und Politik

Justitia et Pax organisiert Gespräch zwischen Politikern, Migrationsexperten und Kirchenvertretern

Auf Einladung von Abt Martin Werlen als Vertreter der Schweizer Bischofskonferenz und dem christkatholischen Bischof Harald Rein trafen sich am Donnerstag, 5. Mai, in Bern National- und Ständeräte aus allen im Bundeshaus vertretenen Fraktionen sowie Experten verschiedener Ausländer- und Flüchtlingsorganisationen zum vertieften Gedankenaustausch zu aktuellen Fragen der Ausländer- und Asylpolitik. Die gesellschaftliche Debatte dazu hat sich in den letzten Jahren permanent verschärft. Abt Martin Werlen führte zu Beginn des Gesprächs aus, dass in den ersten Jahrhunderten der Kirche Fremdenfreundlichkeit Erkennungszeichen der Christen war. Demgegenüber gelinge es den Kirchen heute immer weniger, ihre Vision einer „fremdenfreundlichen Gesellschaft“ zu vermitteln. “Deshalb tun die Kirchen gut daran, auf die Einschätzungen verschiedener gesellschaftlicher Kräfte zu hören“, so Werlen.
Sowohl Politiker als auch Experten waren sich einig, dass das gelebte Miteinander in Gemeinden, Schulen und Vereinen zwischen Einheimischen und Zugewanderten viel besser funktioniert, als es die stark polarisierte Auseinandersetzung auf politischer Ebene erscheinen lässt. Auch wenn einige politische Vertreter die Kirchen ermahnten, nicht durch falschen Idealismus die realen Probleme zu übersehen, stimmten doch alle anwesenden Politikerinnen und Politiker überein, dass die Kirchen in diesem Bereich wichtige Aufgaben zu erfüllen haben. Neben dem karitativen Engagement sei es wertvoll, wenn Kirchen als Gegengewicht zur stark emotionalisierten Auseinandersetzung auf politischer Ebene Raum für einen sachlichen und fairen Dialog bieten. Abt Martin Werlen äusserte am Schluss den Wunsch, dass diese Form des Gedankenaustauschs in Zukunft fortgesetzt werden solle.
Folgende Personen nahmen am Gespräch teil: Christin Achermann, Migrationsforscherin Uni Neuenburg; Katia Aeby, Justitia et Pax; Wolfgang Bürgstein, Justitia et Pax; Kurt Fluri, Nationalrat FDP, Hannes Germann, Ständerat SVP, Georg Kreis, Eidgenössische Kommission gegen Rassismus; Josef Lang, Nationalrat Grüne; Ada Marra, Nationalrätin SP; Beat Meiner, Flüchtlingshilfe; Giusep Nay, alt Bundesrichter; Marco Schmid, Migratio; Barbara Schmid-Federer, Nationalrätin CVP; Simon Spengler, Medienkommission Bischofskonferenz; Christina Tuor, Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund; Bettina Zeugin, Caritas Schweiz.
Weitere Informationen: Wolfgang Bürgstein, 031 381 59 57, wolfgang.buergstein@juspax.ch