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Justitia et Pax | 01.07.2016

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Justitia et Pax | 05.06.2016

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Mediencommuniqué | 25.08.2006

Das Engagement der Kirchen in der Allianz für eine klimaverträgliche Politik

Die Interpretation der Zeichen der Zeit

Die oeku, die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt vertritt in der Allianz verschiedene kirchliche Organisationen aus der reformierten und der römisch-katholischen Kirche. Dieses Engagement lässt sich sowohl theologisch als auch ethisch begründen. Unsere ökologische Verantwortung ist aber auch die Verantwortung gegenüber den Opfern der klimatischen Änderungen von heute und von denen die noch kommen werden. Der Klimawandel ist für die Kirchen eine Herausforderung, die sie nicht mehr gleichgültig lassen darf.
Das Buch Genesis – das erste Buch der hebräischen Bibel – beschreibt die Welt als Schöpfung Gottes. Nach der Sintflut erneuert Gott seinen Bund mit der ganzen Schöpfung: „Solange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht (Gen 8,22).“ Dieser Bund, den Gott der Menschheit angeboten hat, geht von der Antwort, der Verantwortung der Menschen aus. Ver-antwortlich sein heisst, Werke des Friedens tun, um Leben für uns und die zukünftigen Generationen zu bewahren; heisst, Sorge zu tragen zur Erde, die der Schöpfer uns anvertraut hat – gestern, heute und in Zukunft.
Die Klimaveränderung beeinflusst die Lebensbedingungen in unterschiedlichster Weise: Desertifikation in zahlreichen Regionen, Konflikte um lebenswichtige Ressourcen wie Wasser, heftige Gewitter oder immer häufiger auftretende tropische Wirbelstürme. Eine wesentliche Voraussetzung für den Frieden ist die Bewahrung einer fruchtbaren Umwelt, damit die Menschen dort leben können, wo sie auf die Welt gekommen sind.
In der hebräischen Kultur – einer der Wurzeln der westlichen Zivilisation – ist Friede, Shalom, weit mehr als nur die Abwesenheit von Konflikten. Ich bin überzeugt, dass das für uns auch heute noch gilt:
Shalom mit unserem Planet bedeutet, vor Unheil bewahrt
zu werden;

  • Shalom bedeutet, gute Gesundheit. Unsere Umwelt beeinflusst die Gesundheit, ganz besonders bei Kindern und älteren Menschen.
    Bewusst wird uns dies jeweils bei Hitzewellen oder hohen Ozon- und Feinstaubkonzentrationen;
  • Shalom bedeutet Wohlbefinden und eine Wirtschaft, die zum Wohlstand von allen beiträgt – nicht nur für uns, die mehr Ressourcen konsumieren, als die Erde bieten kann;
  • Shalom bedeutet Sicherheit und Ruhe – Ruhe und Entfaltung bietet in unserer Gesellschaft ganz offensichtlich nicht der masslose Wettlauf nach Schein und Konsum, wie es uns die Werbung verspricht.

Die Kirchen als Institutionen und als Gottesvolk haben die Bewahrung der Schöpfung zu lange vernachlässigt, obwohl doch der Glaube an Gott als Schöpfer zum Wesen des Christentums gehört. Jesus kritisierte seine Zeitgenossen, die
die Zeichen für die Veränderung des Wetters deuten konnten, die aber unfähig seien „die Zeichen der Zeit wahrzunehmen“ (Matthäus 16,4). Bei uns Heutigen scheint die Deutung der Veränderungen des Wetters und des Klimas auf Widerstand zu stossen. Seit 20 Jahren nehmen aber die Kirchen – auch dank der oeku Kirche und Umwelt – vermehrt die „Zeichen der Zeit“ im Umweltbereich wahr.

oeku, Kirche und Umwelt